• Romy

Viele Wünsche, wenig Freude

Aktualisiert: Mai 8

Als kleiner Stöpsel wurde mir zu jedem Geburtstag ein lang ersehnter Wunsch erfüllt. Einer. Zu Weihnachten gab es dann noch ein größeres Geschenk und an Ostern ein paar Schokoeier. Ich habe all die Sachen geliebt - und vor kurzem auf dem Dachboden meiner Eltern nahezu komplett wiedergefunden. Meine Mutter hebt einfach alles auf. Und ich bin ihr total dankbar, denn jetzt kann ich meine alten ALF-Hörspielkassetten mit den Kids rauf und runter hören und dabei 30 Jahre alte Legosteine verbauen.


Wenn ich so ins Spielzimmer meiner drei Kinder gucke, schaue ich auf circa 13893 Geschenke, Mitbringsel und Impulskäufe. Auch jetzt, an Ostern, gab es größere Aufmerksamkeiten: das original ALF-Plüschtier, Paw-Patrol-Rubble mit Fahrzeug und Schokolade für die nächsten vier Wochen. Den Kleinen eine Freude zu machen ist schließlich das Größte. Ob ich ihnen damit wirklich einen Gefallen tue? Wahrscheinlich nicht.



Wertschätzung? Fehlanzeige

Ich ärgere mich so oft, weil die Dinge nach spätestens fünf Tagen ungeachtet in der Ecke liegen. Wertschätzung? Fehlanzeige. Und auch wenn mich das aufregt - den Kindern kann ich das schlecht übel nehmen. Denn ich bin ja schließlich diejenige mit der Kohle und dem Amazon-Konto, die haufenweise Zeug besorgt. Und dann gibt es Omas, Opas, Tanten und Onkel, die halt auch gern schenken. Wie soll man da den Überblick über all die tollen Sachen bewahren?


Wenn ich ehrlich bin, finde ich die ganzen Spielsachen selbst total klasse. Ich kann mich stundenlang in der Spielzeugabteilung aufhalten und darüber fantasieren, wie ekelhaft faszinierend sich wohl so ein Glibber-Glitzer-Bad für Kinder anfühlt. Und dann hat sich diese BabyBorn so krass weiterentwickelt... Du drückst auf den Bauchnabel und die Puppe kackt. Dieses Konzept wünsche ich mir manchmal für mein echtes Baby.

Altes muss weichen


Meine Kinder und ich haben darüber gesprochen. Nicht über meinen Konsumwahn, aber darüber, dass man auch mit weniger klarkommt. Gibts etwas Neues, müssen alte Sachen weichen. Und wenn sie unbedingt eine riesig große Paw-Patrol-Zentrale haben wollen, dann sollen sie sich einfach selbst eine aus Kartons bauen oder Spielzeug von den Nachbarskindern ausleihen.


Dieses Konzept funktioniert bei mir seit geraumer Zeit auch ganz gut. Ich bastle, tausche, gebe und bekomme. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Vielleicht haben meine Kinder irgendwann auch so viel Spaß daran wie ich. Und vielleicht schätzen sie die Geschenke dann ein klein wenig mehr und geben sich mit weniger zufrieden.

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