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„Es nagt schon sehr am Toastbrot“

Aktualisiert: Mai 8

Oberstudienrätin Romy Rakete zum Thema Homeschooling im 2. Lockdown - ein Interview


Lego-Männchen sitzt im Homeoffice

Zur Person:

Da ich zurzeit die Funktionen von Mutter, Hausfrau, Lehrerin und Erzieherin vereine, bin ich heute auch Journalistin und interviewe mich zum Thema „Homeschooling“ einfach selbst. Das ist nicht nur äusserst hygienekonform, sondern auch genauso grenzwertig wie der ganze Firlefanz um die Pandemie selbst.

Romy Rakete, Journalistin (RRJ): Frau Rakete, Sie sind ja privatberuflich sehr eingespannt. Wie schön, dass Sie sich für dieses Gespräch Zeit genommen haben. Sie sehen super aus!


Romy Rakete, Oberstudienrätin (RRO): Vielen Dank! Ich trage heute die Lidl Esmara collection von Heidi Klum und habe mir das Gesicht gewaschen.


RRJ: Frau Rakete, Sie sind als Quereinsteigerin seit rund vier Wochen im Homeschooling tätig. Wie haben Sie sich auf die neue Herausforderung vorbereitet?


RRO: (überlegt) Wissen Sie...also ich habe mich eigentlich gar nicht vorbereitet. Ich habe mir ein lila Programm auf den Laptop geladen und dann erst recht spät gemerkt, dass man besser das Mikrofon ausstellen sollte. Aber das sind Kleinigkeiten.


RRJ: Verfolgen Sie eine bestimmte Strategie?


RRO: Selbstverständlich. Ich habe einen Plan. Also einen Tagesplan, den ich jeden Abend um 22 Uhr von einem Mitarbeiter der hiesigen Schule zugeschickt bekomme. Es ist zwar wirklich schwer, grenzscharf zwischen „Flex und Flo 1-2“ und „Lies mal“ zu unterrichten. Aber wenn man alle drei Minuten auf die Uhr guckt, dann ist das alles gar kein Problem.


„Man muss ein Gefühl haben für das richtige Gleichgewicht zwischen Gummibärchen und einer strengen Qualitätssicherung auf Grundschulebene.“

RRJ: Das heisst, Sie haben Ihren Schüler fest im Griff?


RRO: Hm, man muss ein Gefühl haben für das richtige Gleichgewicht zwischen Gummibärchen und einer strengen Qualitätssicherung auf Grundschulebene. Übertreibe ich es mit den Anreizen, steigt der Blutzuckerspiegel und das Kind muss im Joggen die Silben klatschen. Feinmotorisch kommt man da schnell aus dem Takt.


RRJ: Wie geht denn das Kind mit der Situation um?


RRO: Nun ja, es nagt schon sehr am Toastbrot. Meistens direkt nach dem Morgenkreis und am liebsten mit zwei fingerbreit Butter. Es ist schon nicht immer so GANZ zufrieden mit mir. Aber ich bin nun mal eine ganz andere Generation als diese studierten Lehrkräfte, die man sonst so vorgesetzt bekommt. Ich entscheide da unheimlich viel aus dem Bauch heraus. Da muss ein Sechsjähriger schon flexibel sein.


RRJ: Wie ist denn Ihre Prognose für die kommenden Wochen?


RRO: (überlegt) Ich plane ja grundsätzlich nie besonders weit in die Zukunft. Mittelfristig kann ich mir schon vorstellen, so...sagen wir ein bis zwei Wochen zu unterrichten. Dann würde ich ganz gerne als Friseurin durchstarten. Ich habe den Eindruck, dass die Nachfrage in diesem Bereich sehr hoch ist.


RRJ: Ich sehe schon, Ihnen kann man nichts vormachen. Sie haben ein Gespür für den Markt. Vielen Dank für das nette und informative Gespräch!

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