• Romy von kokodu

Coro-no! Kleinste Teststudie der Welt

Neues Jahr, neue Mutante: Covid ist nach seinem Besuch im Herbst erneut bei uns eingekehrt. Dieses Mal hat es unsere Zweijährige erwischt. Als erfahrene Amateur-Laborantin für Rotz und Schnodder führe ich die kleinste Teststudie der Welt zum Thema Selbsttests von Oktober selbstverständlich fort. Damals hatte sich mir offenbart, dass ein Lollytest zum Beispiel deutlich besser auf Popel reagiert. Und dass angelutschte Stäbchen eine Infektion nicht immer zuverlässig anzeigen. Getreu dem Motto “eine nicht-repräsentative Studie mit der kleinsten Stichprobe auf Erden ist besser als gar keine” nutze ich unser erneutes Doppelstrich-Schicksal also, um anderen ein eben solches vielleicht zu ersparen.


Zwei kleine Mädchen nutzen einen Lolly- und einen Nasentest.
Sieht fröhlicher aus, als es ist. Richtig testen ist nicht angenehm.

Auch in Runde 2 sind meine Beobachtungen interessant: An zwei Teststationen wird meine Tochter negativ in der Nase getestet. Erst beim dritten Bürgertest erscheinen die beiden Striche bereits nach 10 Sekunden. Warum ich meiner Tochter diese Prozedur antue? Weil ich an einem Wochenende nur über einen positiven Bürgertest an einen kostenlosen PCR-Test komme. Und je eher ich das PCR-Ergebnis erhalte, desto eher beginnt der offizielle Quarantänezeitraum. Ich muss meinem Chef und der Schule schließlich auch irgendwie erklären, warum wir schon wieder tagelang untertauchen. Ein Verdacht auf Corona macht sich da nur so semi-gut.


Noch bleibt der Rest der Familie verschont

Während wir also zuhause seit drei Tagen sehnlichst auf das PCR-Ergebnis warten, testen wir uns allesamt täglich in der Nase - vorzugsweise mit dem Lolly, denn der hat bislang jedes kleine Covid im Rotz erkannt. Wir Erwachsenen sind zwar doppelt geimpft, genesen und geboostert; und die Großen genesen bis geimpft. Aber Corona hat sich ja bekanntlich schon durch viele Schutzvorrichtungen gemogelt. Dennoch freuen wir vier uns bis jetzt über diesen einzelnen schönen Strich im Testfenster. Bei der Jüngsten ist die Freude mal groß, mal nicht vorhanden.


Denn je nach Marke der Testkits gibt es einen nicht zu übersehenen Doppelstrich, mal einen Strich mit leichtem Schatten oder auch mal nur einen Einzelstrich. Einmal hatte es der Schnodder sogar bis obenhin geschafft und keinerlei Striche produziert. Natürlich ist mir klar, dass ein Ergebnis immer auch abhängig von Testart, Entnahme, Viruslast und Sensitivität ist. Aber zumindest zuhause versuche ich meine Testreihe unter möglichst gleichen Bedingungen durchzuführen.


Zwei Covid-Schnelltests unterschiedlicher Marken zeigen unterschiedliche Ergebnisse,
Gleiche Nase, gleicher Tag, unterschiedliche Testkits, unterschiedliche Ergebnisse.

Warum ich das nun in epischer Breite ausführe: Hätte ich meine Tochter nicht ausnahmsweise in der Nase getestet, wäre die Infektion mit großer Wahrscheinlichkeit unerkannt geblieben. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in der Kita nämlich noch keine PCR-Tests, einzig die Selbsttests in Mund oder Nase waren verpflichtend. Auch wenn ich von Nasentests überzeugt bin - die Popel einer Zweijährigen zu erwischen ist ungefähr genauso herausfordernd wie einem wütenden Elefantenbullen den Rüssel zu piercen. Vielleicht ist das nächste Treffen mit den Omas und Opas ein dickes Trostpflaster. Denn zumindest für sie und so viele andere Menschen in unserem Umfeld machen diese Maßnahmen Sinn.

 

Professionelle Übersicht über Schnelltests

Wer es übrigens genau wissen will und auf Tabellen steht: Diese vergleichende Evaluierung der Sensitivität von SARS-CoV-2-Antigen-Schnelltests des Paul-Ehrlich-Instituts zeigt eine wirklich laaaange Liste von Schnelltests und deren Sensitivität auf unterschiedliche Virusmengen. Zur Erklärung: Je kleiner der Cq-Wert (Quantifizierungscyclus-Wert), desto höher die Viruslast. Mein Lieblingstest des Herstellers Shenzhen Watmind Medical Co. schnitt mit 82 Prozent übrigens ganz gut ab. Ich bilde mir ein, dass dieser Lollytest durch die Nase bestimmt noch ein paar Prozentpunkte mehr herausholt. Ansonsten gibt es aber durchaus auch Tests mit 100 Prozent. Diese erfassen selbst niedrigste Virusmengen (cq > 30) zuverlässig.

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